Warschauer Brücke, nachts um halb eins:
Beschlagene Hornbrillen im Wind,
Glühwein im November?
Scheiß Modefuzzis!
Sonntag, 25. November 2012
Samstag, 1. September 2012
Je enger die Jeans
In was für einer Blase
lebe ich eigentlich?
Daß ich mir Gedanken mache
um Menschen die mich nichts
angehen.Menschen die mich
höchstens meiner selbst willen
interessieren.
Jungs laufen wie Mädchen durch
die Gegend; Mädchen wie Omas,
Fähnchen im Wind, je enger die Jeans.
Revolution der Inkontinenz:
Bis die Blase platzt, die Nase weit oben.
Kann mir ja scheißegal sein-
im Prinzip. Prinzipien:
Stumme Diktatoren, sinnlose Schlachten.
lebe ich eigentlich?
Daß ich mir Gedanken mache
um Menschen die mich nichts
angehen.Menschen die mich
höchstens meiner selbst willen
interessieren.
Jungs laufen wie Mädchen durch
die Gegend; Mädchen wie Omas,
Fähnchen im Wind, je enger die Jeans.
Revolution der Inkontinenz:
Bis die Blase platzt, die Nase weit oben.
Kann mir ja scheißegal sein-
im Prinzip. Prinzipien:
Stumme Diktatoren, sinnlose Schlachten.
Montag, 27. August 2012
Undruhe
Wenn`s nur noch ein Und gäbe
auf dieser Welt. Dann
hätte man mal
eine Grenze.
Und könnte wieder anfangen
nachzudenken - in Ruhe.
auf dieser Welt. Dann
hätte man mal
eine Grenze.
Und könnte wieder anfangen
nachzudenken - in Ruhe.
Montag, 6. Februar 2012
Der Strand der Dinge - Jens
Wie lange liege ich hier eigentlich schon? ist das meine Zigarette, in diesen Fingern die da glüht? ich sehe eigentlich nur Rauch, in seinen Konturen. spüren ist schwierig. Manchmal weiß ich nicht was mit mir los ist, dann wache ich auf, und ich weiß für kurze zeit nicht wo ich bin. Und dann neige ich mein etwas, was da mein Kopf sein soll, und ich sehe Lichter und Schatten und Töne sehe ich und so Zeugs. Schwitzen in der Lungenheilanstalt, der Station der unbekehrbaren, der dahin siechenden. Ich ziehe fest an meiner Zigarette, weiß nicht so recht ob ich erschrecken soll, vor dem Anblick der Kerzenglut,wie ein Kegel und heiß. Die Form meiner Zigarette bedeutet mir schon viel, also man sieht`s halt auch daran. Wie einer dieser Ringe aus dem Kaugummiautomaten, die ihre Farbe ändern, wenn Marie,13 Liebeskummer hat. Manchmal fühlt es sich an wie Lepra oder so, im Frühstadium, wenn du bestimmte Teile deines Körpers nicht mehr spürst und denkst sie sind abgestorben. Weil es sich nun mal so anfühlt. Dann siehst du da etwas am Ende deines Arms hängen, und weißt nichts damit anzufangen. Das hängt da so. Und das ist wie Lepra, das sage ich dir, und das ist nicht unbedingt schön. Oder wenn dich deine Haare stören, und du kannst dir gar nicht erklären warum das jetzt so ist, aber sie stören dich halt, will nicht abfallen, und es juckt und ist zu lang, ganz einfach gesagt, dann musst du dir die halt abrasieren die Haare. Was ist denn daran so schlimm? Ich kann die Dinge manchmal nicht mehr so genau zuordnen, das kann schon sein. Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Mal sehen was die Zeit da jetzt bringt, ich bin ja jetzt auch noch nicht so alt. Hoffe meiner Mutter geht es bald besser, aber der geht es jetzt nicht wegen mir schlecht, der geht es schon länger nicht gut. War aber mal besser schon.
Ich richte mich auf, und laufe rüber zum Waschbecken, nehme das Handtuch und wische mir den Schweiß von der Stirn. Um sechs Uhr ist Ausgang noch mal. Vielleicht etwas Zeit um nachzudenken, klar zu denken. Zumindest der versuch wäre ein Erfolg. Ich saß viel vor der Playstation. Von unten kam nichts mehr, nicht wie früher. Manchmal riefen sie zum essen, manchmal ließen sie es aber auch bleiben, das war ziemlich ausgewogen finde ich. Das war auch ganz gut so, ganz früher war das anders. Bevor das passiert ist, war eh einiges anders noch. Aber ist ja auch egal. So drei Wochen sind kein Problem, denke ich. Dann war ich halt mal 3 Wochen in der Klapse. mein Gott so.
Der Strand der Dinge - Erinnerung 1
Sechste Stunde Markmann. Konnte es etwas sinnloseres geben? Heute musste ich mich beeilen. Er wollte gegen eins kommen. Einen Rucksack voll meinte er. Was mich da genau erwarten sollte wusste ich nicht. Na gut, er war verrückt, das war jedem klar. Auch mir. Aber irgendwie war mir das scheißegal. Natürlich kam er zu spät. Ich hatte extra noch nix geraucht. Obwohl er zwei Stunden zu spät kam, ohne anzurufen. Ich wollte das Weed ausprobieren. Das sollte keinesfalls durch irgendein anderes davor gerauchte Weed, in seiner Wirkung irgendwie beeinflusst werden. Diesen Luxus wollte ich mir gönnen. Dann kam er endlich. Ich hatte eine Platte aufgelegt. Er interessierte sich nicht wirklich für Hip Hop. Ab und an meinte er, ich solle ihm was brennen, aber ich war mir relativ sicher, dass er wohl eher eine Art Mischung aus Goatrance und Aggro Berlin auf seinem, natürlich brandneuen, mit schmutzigen Drogengeldern erwirtschaftetem Ipod zu laufen hatte. Eigentlich war er ein ziemlich ekelhafter Mensch. Seine Haut war rosa gefärbt, man könnte sagen, er sah einem Schwein ähnlich. Die Reste seiner blondierten Strähnen klebten ihm an der Stirn. Und als er mir schwitzend und schnaufend entgegen kam, sah ich in seine toten Augen. Und sah seinen Blick, der wie seine Haut einem Schwein glich. Einem Schwein, das weiß, oder besser ahnt, dass sein Leben endlich ist - und schweinisch. Ein Leben, das daraus besteht sich mit Genuss im eigenen Kot zu wälzen ohne sein Lächeln zu verlieren, während einem eine Warze nach der anderen unter dem Fell wuchert. Und das rechnete ich ihm hoch an. Dass er sich, dieser Tatsachen bewusst, Tag für Tag durch die engen Gassen dieser, meiner Stadt zwang, einen Rucksack auf, und jeder Zeit kurz vorm explodieren. Er kam ins Zimmer stieß ein lautes Lachen aus, drehte die Lautstärke nach oben und schmiss sich in die Ecke, den Rucksack noch auf dem Rücken. Ich hörte die Mikrowelle, ging aus dem Zimmer, durchs Treppenhaus nach oben, um mein Toast zu essen. Ich ließ ihn unten zurück ohne daran zu denken, zu was er alles in der Lage gewesen wäre. Einfach so. Ich vertraute ihm ohne Grund. Ohne Argument und ohne Gegenargument. So verhielt ich mich zu den meisten Dingen. Und wenn es Argumente gab und Gegenargumente, so kam ich trotzdem nie auf einen grünen Ast. So geschah es, dass ich den Leuten vertraute ohne zu wissen warum. Ich konnte damit gut leben. Wie es für die anderen war, weiß ich nicht. Bemerkenswert im besten Fall. Aber ob das so bemerkenswert war, und so gut, vor allem, das wage ich heute zu bezweifeln. Da er die Anlage so laut aufgedreht hatte, hörte ich das Lied bis nach oben, wo ich stand. Vor der Mikrowelle, mir gegenüber mein Toast: Käse Remoulade, Gurke - Kiffernahrung, Aber trotzdem lecker. Könnte man in jedem Imbiss verkaufen. Kiffer gibt es genug. Der Rucksack war übrigens tatsächlich bis oben hin gefüllt mit sehr gut riechenden Blüten. Ich überschlug kurz meinen Gewinn, den ich eventuell damit machen konnte und drückte ihm das gesammelte Geld in sein schwitzigen Hände. Er erzählte viel von Frauen. Aber wenn man ihn sich so anschaute mochte man kaum glauben, dass irgendeine Frau jemals Hand an ihn gelegt hatte. Er erzählte, dass er mit Andi öfter schon mal im Puff gewesen sei, während er das Gras abwog, und dass sie sich regelmäßig ihr Koks auf die Eichel geschmiert hätten. Ich entschied mich dafür nicht laut zu lachen, obwohl mir eigentlich sehr danach war. Ich hatte gehört, dass dieser Typ auch mal einem Hund das Genick brach, weil er ihn aus seinem LSD getränkten Koma zu wecken drohte. An diesem Tag wollte ich nicht dieser Hund sein. Nein. Nicht dieser Hund.
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