Ich will ehrlich sein,ich bin Kritiker, Theaterkritiker.
Mein Name ist Franczek. Ich stehe kurz vor meinem ersten
Infarkt. Wir schreiben das Jahr 1985.
Ich warte Ewigkeiten, bis sich die Theatergestalten
anfangen zu bewegen.Dazu ertönt eine verkünstelte Version
der deutschen Nationalhymne.Da ich so lange warten muss,
fange ich unweigerlich damit an,über die Bedeutung dieses
einfachen Liedes zu reflektieren. Mein Narzissmus zwingt mich dazu.
Was nun schlussendlich dabei rausgekommen ist,
habe ich selbstredend natürlich vergessen.
Ich habe des reflektieren willens reflektiert,
weil ich eben nichts besseres zu tun hatte und nicht aus
irgendeinem ehrlichen Interesse. Weil das habe ich doch
unter uns gesagt schon längst nicht mehr.
An nichts und niemandem mehr - außer an mir.
Die Kreaturen bewegen sich jetzt..steigen von ihren Leitern.
Sie sind verkleidet, das sieht man, aber warum auch nicht.
ich werde jetzt hier nicht auf diese Art anfangen.
Jemand liegt auf dem Bühnenboden,
den Kopf in meine Richtung gekehrt,
die Augen noch geschlossen,ja, verkleidet.
schmutzige Ballettschuhe.
Die Musik geht aus und
sie öffnet die Augen.
Schaut mich direkt an.
Und ich denke mir wunderbar,
diese Momente liebe ich.
Wenn es scheint, als würde es
im Kern nur um mich gehen,
als wäre es von vornherein
klargewesen, dass ich mich
auf genau den Platz setzen
werde, der sich später in der
direkten Sichtlinie ihres auf dem
Bühnenboden liegenden Kopfes
befinden wird.
Und plötzlich lande ich in einem in die Neuzeit transferierten
Selbstbefriedigungsmonolog einer teuflisch gutaussehenden
Gretchendarstellerin und bekomme meinen alten Mund nicht mehr zu. So komme ich auf das, was ich die ganze Zeit sagen wollte.
Allerspätestens als sich dann auch noch die giraffengroße
Hauptdarstellerin bis auf die Strapse auszog, wurde mir eins klar: Ab dem Moment, an dem ich Titten sehe, habe ich auf unbestimmte Zeit keine Lust mehr auf Politik. Niemals.
An eine Vorstellung, die ich zwei Wochen zuvor
an anderer Stelle verlassen hatte,
konnte ich mich noch immer erinnern –
an die wunderschönen Titten dieser,
im Bühnenbild hängenden, nackten Frau
deus ex machina.
Freitag, 11. März 2011
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jugendjahre einer salzburger größe. proper!
AntwortenLöschenein salzburger jüngling...oder eine salzburger jugend...weil eigentlich ja aus linz in oberösterreich.
AntwortenLöschen^^ die salzburger jugend ist gut, hat was von volkstheater/schwank!!
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