Mein Leben hatte mich schon immer angekotzt, gelangweilt.
Ich wollte nicht so werden wie die Bauern auf dem Dorf, vor allem wollte ich nicht als Bauer bezeichnet werden.
Mein Dorf. Das Dorf mit dem immer gleichen Anblick, dem ewig Gleichen. Den gleichen Leuten, den gleichen Alten, den gleichen zwei Kneipen, dem selben Stammtisch,
schon seit 51 Jahren im Hinterzimmer der Tankstelle. Der gleichen Kirchturmspitze,
der gleichen Republikanerwahlschilder im August an den gleichen Eichen.
Eigentlich ein schönes Dörfchen. „Ein gemütliches Dörfchen“ meinten die Tanten.
Die kamen aber auch nur jede zwei Jahre einmal übers Wochenende - wenns hochkam.
Es muffte.
Ich wusste ganz genau, dass hier viele tranken, wer hier trank.
Dass hier einige ihre Frau prügelten, dass der Pfarrer seine Frau prügelte. Und soweiter.
Mein Papagei ging mir über alles - Larry. Ich verbrachte viel Zeit mit ihm, ich brachte ihm,
dem Papagei, das sprechen bei, einfach so. Es funktionierte. Larry war ein Wesen, dass ich programmieren konnte.
Für das programmieren am PC reichte es mir nie –
zu ungeduldig. Battlefield, Tekken, Unreal und sowas fand ich geil.
Ja es gab da eine Zeit, da..... die Zeit ist vorbei.
Ich wohne noch bei meinen Eltern, die ich aber kaum noch sehe. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und treibe mich die meiste Zeit in der Innenstadt rum.
An die flache Hand von meinem Vater, erinnere ich mich noch gut, Vielleicht bin ich deshalb so ungern zuhause. Wenn ich so recht drüber nachdenke, vergeht eigentlich kaum ein Tag, an dem ich nicht in irgend einer verborgenen Ecke meines Inneren auf Rache schwöre für alles was passiert ist in meiner Vergangenheit, meiner Kindheit. Für all das Verkorkste, all das klebrig Anhaftende, den Schmutz, ja für all den Dreck, den ich in diesem Dorf eingeatmet habe, Jahre lang, eigentlich mein ganzes Leben – meine Heimat, die Hölle, Hellboy – die Wut muss sich doch entladen irgendwo. Meine ich.
Ich hasse sie doch alle.
Seit kurzem spritze ich mir Testosteron. mit einer Spritze direkt in die Vene. Ich kann jetzt schon nicht mehr damit aufhören. Es geilt mich auf. Ich habe Phantasien. Ich sehe nackte Männer in meinen Träumen, ich kann es nicht deuten. Scheiße denke ich mir, was ist los? Morgen die nächste Spritze – ja, das ist gut. Ich schäme mich, und ich muss weiterspritzen. Eine weitere Droge in meinem System, einen Schritt weiter richtung Heimat. Früher war ich fett, die Sprüche, der Schulhof, Scham, Neid, Hass, was weiß ich.
Ein neuer Tag ein neuer Anfang, ein alter Trick - Alles auf Anfang.
Ich spritze es mir bei meinen Freunden auf dem Klo, dann fange ich an davon zu erzählen, weil ich es nicht mehr aushalte. Ich höre mich reden, ich denke, das erzählen macht es mir leichter damit umzugehen, nimmt dem Ganzen die Perversion. Die Freunde sind tolerant - bis ich mich umdrehe und aufs Klo gehe. Dann wird geredet. Aus Angst bescheinigen sie mir einen klaren Verstand, lügen mir ins Gesicht. Und hinter meinem Rücken reden sie davon mich einzuweisen.
Ich glaube das ist mein größtes Pech. Dass die Leute vor mir Angst haben.
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Ich werd einfach nicht schlau draus...bin gespannt, wie Teil 1 & 2 zusammen mit folgenden Teilen mal ein Gesamtbild ergeben.
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