Montag, 6. Februar 2012

Der Strand der Dinge - Jens

Wie lange liege ich hier eigentlich schon? ist das meine Zigarette, in diesen Fingern die da glüht? ich sehe eigentlich nur Rauch, in seinen Konturen. spüren ist schwierig. Manchmal weiß ich nicht was mit mir los ist, dann wache ich auf, und ich weiß für kurze zeit nicht wo ich bin. Und dann neige ich mein etwas, was da mein Kopf sein soll, und ich sehe Lichter und Schatten und Töne sehe ich und so Zeugs. Schwitzen in der Lungenheilanstalt, der Station der unbekehrbaren, der dahin siechenden. Ich ziehe fest an meiner Zigarette, weiß nicht so recht ob ich erschrecken soll, vor dem Anblick der Kerzenglut,wie ein Kegel und heiß. Die Form meiner Zigarette bedeutet mir schon viel, also man sieht`s halt auch daran. Wie einer dieser Ringe aus dem Kaugummiautomaten, die ihre Farbe ändern, wenn Marie,13 Liebeskummer hat. Manchmal fühlt es sich an wie Lepra oder so, im Frühstadium, wenn du bestimmte Teile deines Körpers nicht mehr spürst und denkst sie sind abgestorben. Weil es sich nun mal so anfühlt. Dann siehst du da etwas am Ende deines Arms hängen, und weißt nichts damit anzufangen. Das hängt da so. Und das ist wie Lepra, das sage ich dir, und das ist nicht unbedingt schön. Oder wenn dich deine Haare stören, und du kannst dir gar nicht erklären warum das jetzt so ist, aber sie stören dich halt, will nicht abfallen, und es juckt und ist zu lang, ganz einfach gesagt, dann musst du dir die halt abrasieren die Haare. Was ist denn daran so schlimm? Ich kann die Dinge manchmal nicht mehr so genau zuordnen, das kann schon sein. Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Mal sehen was die Zeit da jetzt bringt, ich bin ja jetzt auch noch nicht so alt. Hoffe meiner Mutter geht es bald besser, aber der geht es jetzt nicht wegen mir schlecht, der geht es schon länger nicht gut. War aber mal besser schon. Ich richte mich auf, und laufe rüber zum Waschbecken, nehme das Handtuch und wische mir den Schweiß von der Stirn. Um sechs Uhr ist Ausgang noch mal. Vielleicht etwas Zeit um nachzudenken, klar zu denken. Zumindest der versuch wäre ein Erfolg. Ich saß viel vor der Playstation. Von unten kam nichts mehr, nicht wie früher. Manchmal riefen sie zum essen, manchmal ließen sie es aber auch bleiben, das war ziemlich ausgewogen finde ich. Das war auch ganz gut so, ganz früher war das anders. Bevor das passiert ist, war eh einiges anders noch. Aber ist ja auch egal. So drei Wochen sind kein Problem, denke ich. Dann war ich halt mal 3 Wochen in der Klapse. mein Gott so.

Der Strand der Dinge - Erinnerung 1

Sechste Stunde Markmann. Konnte es etwas sinnloseres geben? Heute musste ich mich beeilen. Er wollte gegen eins kommen. Einen Rucksack voll meinte er. Was mich da genau erwarten sollte wusste ich nicht. Na gut, er war verrückt, das war jedem klar. Auch mir. Aber irgendwie war mir das scheißegal. Natürlich kam er zu spät. Ich hatte extra noch nix geraucht. Obwohl er zwei Stunden zu spät kam, ohne anzurufen. Ich wollte das Weed ausprobieren. Das sollte keinesfalls durch irgendein anderes davor gerauchte Weed, in seiner Wirkung irgendwie beeinflusst werden. Diesen Luxus wollte ich mir gönnen. Dann kam er endlich. Ich hatte eine Platte aufgelegt. Er interessierte sich nicht wirklich für Hip Hop. Ab und an meinte er, ich solle ihm was brennen, aber ich war mir relativ sicher, dass er wohl eher eine Art Mischung aus Goatrance und Aggro Berlin auf seinem, natürlich brandneuen, mit schmutzigen Drogengeldern erwirtschaftetem Ipod zu laufen hatte. Eigentlich war er ein ziemlich ekelhafter Mensch. Seine Haut war rosa gefärbt, man könnte sagen, er sah einem Schwein ähnlich. Die Reste seiner blondierten Strähnen klebten ihm an der Stirn. Und als er mir schwitzend und  schnaufend entgegen kam, sah ich in seine toten Augen. Und sah seinen Blick, der wie seine Haut einem Schwein glich. Einem Schwein, das weiß, oder besser ahnt,  dass sein Leben endlich ist - und schweinisch. Ein Leben, das daraus besteht sich mit Genuss im eigenen Kot zu wälzen ohne sein Lächeln zu verlieren, während einem eine Warze nach der anderen unter dem Fell wuchert. Und das rechnete ich ihm hoch an. Dass er sich, dieser Tatsachen bewusst, Tag für Tag durch die engen Gassen dieser, meiner Stadt zwang, einen Rucksack auf, und jeder Zeit kurz vorm explodieren. Er kam ins Zimmer stieß ein lautes Lachen aus, drehte die Lautstärke nach oben und schmiss sich in die Ecke, den Rucksack noch auf dem Rücken. Ich hörte die Mikrowelle, ging aus dem Zimmer, durchs Treppenhaus nach oben, um mein Toast zu essen. Ich ließ ihn unten zurück ohne daran zu denken, zu was er alles in der Lage gewesen wäre. Einfach so. Ich vertraute ihm ohne Grund. Ohne Argument und ohne Gegenargument. So verhielt ich mich zu den meisten Dingen. Und wenn es Argumente gab und Gegenargumente, so kam ich trotzdem nie auf einen grünen Ast. So geschah es, dass ich den Leuten vertraute ohne zu wissen warum. Ich konnte damit gut leben. Wie es für die anderen war, weiß ich nicht. Bemerkenswert im besten Fall. Aber ob das so bemerkenswert war, und so gut, vor allem, das wage ich heute zu bezweifeln. Da er die Anlage so laut aufgedreht hatte, hörte ich das Lied bis nach oben, wo ich stand. Vor der Mikrowelle, mir gegenüber mein Toast: Käse Remoulade, Gurke - Kiffernahrung, Aber trotzdem lecker. Könnte man in jedem Imbiss verkaufen. Kiffer gibt es genug. Der Rucksack war übrigens tatsächlich bis oben hin gefüllt mit sehr gut riechenden Blüten. Ich überschlug kurz meinen Gewinn, den ich eventuell damit machen konnte und drückte ihm das gesammelte Geld in sein schwitzigen Hände. Er erzählte viel von Frauen. Aber wenn man ihn sich so anschaute mochte man kaum glauben, dass irgendeine Frau jemals Hand an ihn gelegt hatte. Er erzählte, dass er mit Andi öfter schon mal im Puff gewesen sei, während er das Gras abwog, und dass sie sich regelmäßig ihr Koks auf die Eichel geschmiert hätten. Ich entschied mich dafür nicht laut zu lachen, obwohl mir eigentlich sehr danach war. Ich hatte gehört, dass dieser Typ auch mal einem Hund das Genick brach, weil er ihn aus seinem LSD getränkten Koma zu wecken drohte. An diesem Tag wollte ich nicht dieser Hund sein. Nein. Nicht dieser Hund.

Sonntag, 25. September 2011

mir war als vernahm ich wahrheit / zitat

vor einiger zeit hörte ich einen alten, bereits verstorbenen dichter sagen:

if saving humanity is not a person`s only goal,
nor does he know or recognize the pain of the masses,
this person is not an intellectual,
but a thief who has come with a lantern.

Dienstag, 28. Juni 2011

eine frau mit roten hosen

habe meine aura verbessert
ganz ohne arznei.
aus tausend augen sehen
mich jetzt seelen an,
und gehen
müde trübe
glasig verwässert
still an mir vorbei.

Und nun erscheints
mir unsinnig.
Was hat`s genutzt,
war es freiwillig?
Was weiß denn ich,

ich war einfach noch nicht soweit diesen schritt zu gehen
und auch sonst hatte ich innerlich das gefühl, dass ich
mich jemandem anschließen muss, dass ich einen stern
brauche der mich beschützt.

Also jetzt nicht sowas wie baghvan oder so, aber schon
in die richtung-spirituell eben und gleichzeitig doch
auch irgendwo ungezwungen. Also nicht dieses typische
bild einer religion. im schlimmsten fall jetzt der
katholischen oder so.eben.

Um mich also auch auf spiritueller ebene auf diesen schritt
noch mehr vorzubereiten, suchte ich im internet und
schaute so im freundeskreis nach, ob ich da
irgendwas in die richtung aufschnappen konnte.

Und ein langjähriger freund, gab mir dann bei einem treffen
der linken kreuzbergdruffies ev. - das ist da wo er halt
arbeitet, die nummer von einem menschen aus bayern,
der da ganz in der nähe vom chiemsee wohnt.

Der war früher auch in lhasa gewesen, in nepal und tibet.
hat mit lama dorjee schon moxastäbe gerollt und so.
Eben einer der da spirituell auch schon etwas mehr erfahrung
hatte als ich.Ich fuhr zu ihm runter, und dann ging alles ganz ganz-
ganz schnell.

Dienstag, 3. Mai 2011

angstschweiß

ein mann sitzt in seiner verglasten sauna im obergeschoss, schwitzt wie ein wahnsinniger und zittert zugleich. die verglaste front ist beschlagen. er monologisiert:

dass ich jetzt hier sitze das ist kein zufall / eigentlich setze ich mich jeden tag nach der arbeit und vor einer guten dusche hier rein ins schweißhaus aber heute ist das anders /
immer schon wollte ich alles aus mir rauslassen / meine ganzen probleme den schmerz alles was mich belastet den ganzen scheiß den ganzen schmutz dieses ganze verlogene / alles getue alles was ich die letzten jahre von mir gegeben alles was ich aufgebaut habe / diese ganzen ideologien die eigentlich gar nichts rein gar nichts mit mir zu tun haben mit meinen sehnsüchten mit meinen träumen meinen träumen von mir / von freiheit / meine angst alles einfach rauszuschwitzen und vergessen / ja das ist richtig ich habe dir verschwiegen dass ich mich jeden zweiten donnnerstag auf die couch setze bei dr. heinemann seit zwei jahren schon / ja habe immer gesagt ich gehe zum golf / aber auch das eine einzige scheiße die couch / was soll dir eine couch auch helfen hab ich dann später...ja es ist richtig dass ich mit kollegen touren zum steintor mache ab und an ins eros ja das stimmt / es ist eklig damit leben zu müssen aber was soll ich tun war ja auch meine entscheidung / dieses haus hat uns kaputt gemacht verstehst du petra kaputt / ja das ist so was soll ich mir da weiter was vormachen / ich höre leute sagen was hast du denn du du hast doch alles was du brauchst und früher wie begeistert du immer warst von diesem haus von der offenheit und du michael du bist doch auch so ein offener typ so zugänglich und offen ja einfach nur offen sagst was du denkst verurteilst keinen ja so ist das / fickt euch ja fickt euch doch alle ins knie so ganz offen gesagt freunde ha freunde das ich nicht lache profitiert habt ihr profitiert / hat mich einer von euch jemals in den arm genommen mich gefragt wie es aussieht hinter diesen fenstern / squash ja michael gehen wir zum squash am freitag wie siehts aus michael kannst du mir nicht vielleicht und könntest du nicht vielleicht und könntest du mir nicht da und...fehlt da nicht die olive im martini hahaha wolltest du nicht den cocktailempfang machen anfang diesen monats was ist mit petra wollte sie nicht und ihr ihr seid so ein tolles paar ja ein so tolles offenes paar seid ihr / und dass ihr jetzt auch gespendet habt das finden wir klasse / wolltest du nicht wie siehts aus michael wie siehts aus mit dem wie siehts aus mit dem / wie es aussieht wolllt ihr das wirklich wissen wie es aussieht / scheiße beschissen sieht es aus / wie siehts aus pah freunde nennt ihr euch freunde das ich nicht lache hyänen seit ihr / blutegel würmer die an mir saugen mich bis aufs letzte ausnehmen / tabletten nehme ich wie ein geisteskranker wie ein irrer / tabletten muss ich nehmen damit ich nicht das gewehr nehme / dabei bin ich doch nicht irre ich bin doch nicht irre nur etwas labil sagt
dr. heinemann labil / was soll das heißen labil was ist mit mir / kann mir das vielleicht einer von euch sagen was mit mir ist / scheißtabletten machen mich vollkommen gaga / diese scheißtabletten zu nehmen damit es nicht noch schlimmer wird und zu merken wie die konzentration flöten geht / bin mit den zahlen hinterher war ja kein wunder dass das irgendwann passiert lebe ja auch in diesem glassarg wie das tote schneewittchen / und ihr ihr freunde ihr seid die zwerge die immer nur verlangen verlangen verlangen und mir ein glück vorgaukeln das da nicht ist / eine fata morgana seid ihr und ich bin am verdursten weil es hier so scheiß heiß ist / ist doch absurd / offen wollte ich sein offen / dachte alles würde seinen weg nehmen habe den vertrag unterschrieben damals baustein für baustein mit eigenem namen im querbalken zehn jahre ist das her zeeehn jaaahre / hätte ja nicht ahnen können dass das alles so kommt / alles gute wünschen wir ihnen trotzdem für ihre zukunft / was sollte ich da noch entgegnen was soll man da sagen da bleibt einem doch die luft weg / aber ich habs ja geahnt was soll ich sagen / sind die tabletten oder was / ist ja lächerlich / bin rausgetorkelt aus dem raum runter in die tiefgarage zum auto / hab eine ewigkeit darin gesessen beide hände starr am lenkrad dein bild am rückspiegel / kenne dich nicht kenne dich doch garnicht mehr / wie soll ich dir das erzählen petra / wie sage ich dir das / und ich schaue in den rückspiegel / was ist mit der bank was ist mit der hypothek mit dem haus / ab zum steintor ins eros hab mir den schwanz wundgefickt aber etwas gemerkt habe ich erst als ich raus bin / auf die straße gekotzt den ganzen fusel den asti den ouzo die intimlotion der bulgarin und das billige parfüm alles raus / wie jetzt
dann eine halbe ewigkeit gebraucht um nach hause zu kommen / erst die autobahn runter dann wieder hoch dann an den flughafen kurz überlegt ob ich beende dann doch nicht.

die sauna war immer mein platz im haus wenn ich einen moment ruhe haben wollte vor der welt dann bin ich hier hin in die sauna / schwitzen schwitzen bis alles raus war die ganze scheiße / der ganze schmutz die büroklammern der asbest der bildschirm und die tastatur die kollegen und mein erbärmliches dasein in einem wisch einfach alles rausschwitzen / und rausschauen auf meinen garten / das ging hier immer sehr gut ich habe es immer genossen rauszusehen auf die tomaten und die olive / petras idee / meditteranes flair wie sie immer gesagt hat / ihr war nichts gut genug und mir war alles scheißegal hauptsache sie war glücklich und irgendwann irgendwann wars mir nur noch scheißegal / aber jetzt jetzt fühle ich mich so als könnte ich schwitzen und ewig weiterschwitzen und noch einen aufguss und noch eine stufe höher bis ich da hänge wie ein reifen bei dem man die luft rausgelassen hat / das würde alles nichts bringen / ich schätze ich habe einfach angst angst dass es das jetzt gewesen ist dass ich so ende wie der durchschnitt wie all die anderen dass würde heinemann jetzt sagen der sack / der geldsack selbstgefälliger / ich wollte nie so sein wie die anderen damals schon nicht als kleiner hiwi in bochum niemals / das hatte ich immer schon gesagt / ich hatte größeres vor ja klingt vielleicht arrogant / abgehoben / aber wer hat das nicht / wer bitteschön will durchschnitt sein wer / gut wie soll ich ihr das sagen / was stellst du dir vor wie soll das laufen jetzt wer soll das alles abzahlen kannste vergessen / ich bin den job los in meinem alter kannste vergessen so / jetzt weißte es / keine chance mehr die brauchen mich nicht mehr / einkürzungen in der ganzen abteilung da ist nichts zu machen gar nichts / willst du etwa arbeiten gehen jetzt / willst du tauschen ist doch ein witz / was willste machen putzen ha / das wars petra der traum ist aus paff platz weg isser / so schnell kanns gehen ja schau mich nicht so an / was haste gedacht dass das ewig gut geht / ich habe dir von vornherein gesagt dass da ein risiko ist aber du wolltest unbedingt dieses haus und kein anders / offen sein / in die natur schauen / gut wir wollten das / das war unsere einzige basis was soll ich sagen das war so / hör auf zu weinen das war so / aber was nützt dir die natur wenn du pleite bist petra / wenn du dein leben lang abzahlst was / was nützt dir das / ich kann so nicht mehr / ich fühle mich scheiße verstehst du das scheiße / lass mich ich benutze die worte die ich für richtig halte / ich zünde die sauna an petra ich zünde sie an / wer zum teufel braucht saunen wer zum henker braucht eine sauna in die man reinschauen kann / soll jeder meinen schwanz sehen jetzt wo ich ihn nicht mehr spüre und dieses glas dieses ganze glas weißt du was diese glas mit mir macht das durchtrennt meine venen petra verstehst du das / die scherben die stecken mir im körper und ich verblute vor deinen augen nicht erst seit heute / wenn ich nicht schlafen kann und zur packung greife schon seit wochen / ich habe es dir nicht gesagt aus rücksicht aber du hast dich ja auch nicht gewundert warum ich länger wegbleibe / dieses ganze glas dieses ganze offene glas hat ignoranten aus uns gemacht und wir haben dabei zugeschaut und sind blind geworden / hast mir die ganzen lügen dankend abgenommen weil du dich nicht mehr für mich interessierst schon lange nicht mehr petra mach dir nichts vor mach mir bitte nichts vor / ich bin nicht blöd ich werde dieses haus anzünden und dich gleich mit weil die scherben zu tief in mir stecken / das ist kein pathos petra das bin ich ob es dir passt oder nicht / mein körper ist zerschnitten verstehst du ich kann kein glas nicht mehr / ich will kein licht mehr ich will es dunkel hör bitte mit diesem offenheitsgefasel auf / du bist doch die verlogenste sau von allen / ich weiß bescheid ich weiß wie offen du bist ich weiß alles über dich und jorge und mallorca und der finca und dem neuen leben / ich schau dir schon lange ins handy hör auf zu heulen / nicht dass ich besser wäre / ich weiß ich bin eine drecksau ich mache da kein geheimnis mehr draus / wenn ich 20 jahre jünger wäre / das glaubst du doch wohl selber nicht habe sie alle durch / die ganzen praktikantinnen und hostessen auf der messe / ging nicht immer ums geld was denkst du denn / millionärstöchter / reiche witwen scheißegal hab sie alle durch hauptsache einen wegstecken / dich kann man doch nicht mehr ficken / schau doch wie du aussiehst wie du dich gehen lässt großen respekt vor jorge aber der will eh was anderes / ich ekel mich schon seit langem und nach jedem mal gehe ich in die sauna um den ganzen ekel rauszuschwitzen und ich schaue schwitzend auf den vorgarten und bekomme das kotzen weil ich dich hasse und alles um dich und um uns herum und das ganze glas das hasse ich / ja ich hasse dich / und das was du auf meiner stirn siehst das ist angstschweiß und die angst muss weg jetzt.

Sonntag, 1. Mai 2011

morgens

Halbweißer Schneeregen auf
grauem Asphalt bestimmte
seinen frühmorgendlichen
Blick aus dem Fenster.
Statt der Sonne, war es jetzt
ein kalter Wind, der plötzlich
sein verrauchtes Zimmer
flutete. Der ausgestoßene
Dunst zog nun größere
Kreise in der Luft als noch
vor kurzem. Der Wind
trieb ihn an.

Donnerstag, 24. März 2011

die tröstliche tragödie

TIEFEN
Die Gesellschaft schlitzt mich auf.
Nimmt mich aus, macht mich krank
höre ich mich fluchen - lächerlich.
Welche Gesellschaft frag ich mich da.
Ich bin doch alleine.
Hier in meiner Wohnung.
Da sitz ich doch alleine drin.
Habe so alte Holzdielen da wohnt einiges drin.
Da bin ich mir sicher..also bin ich doch in
Gesellschaft gesellschaftlich.
Fühl mich eigentlich ganz wohl.
Draußen spielt sich der Rest ab.
Das Leben nehme ich an.
das Leben spielt sich da so ab.
Sagt man ja so.

EBENEN
Dann sitze ich eben in einer kleinen
Eineinhalbzimmerwohnung und liege halb
auf dem Tisch während es um mich herum müllt.
Dann werden meine Füße eben kalt vom vielen
Rauchen und ich würde sie am liebsten ab -
schneiden. Betrachte dies als sinnvoll.
Dann habe ich eben Angst vor nem Herzinfarkt
und bin paranoid. Dann traue ich mich eben
nicht mehr vor die Tür und ans Telefon.
Ich verändere mich eben nicht mehr.
Ich bleibe so. Eben. Auf ewig.

SPITZEN
Gesellschaftsgefickt, ja bin ich.
Heute einer der Tage an denen
es aus tausend Löchern hallt:
So ist nun mal das Leben.
Hätte ich einen spitzen Gegenstand
in Reichweite, ich würde
diese Stadt aufschlitzen!